Die verschiedenen Empfangswege der TV-Signale
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Einleitung
Für den Kauf und den Umgang mit einem DVD-(HDD-)Recorder ist es wichtig zu klären welche Empfangswege Du nutzt bzw. zukünftig nutzen willst, da dies unbedingt bei Deiner Kaufentscheidung mitzubedenken ist und auch Einfluß auf den Anschluss und Umgang mit dem Gerät hat.
Begriffsklärung
Der Begriff Receiver und der Begriff Set-Top-Box werden landläufig für dieselben Geräte genutzt und beide Begriffe sind im folgenden Text austauschbar.
Die verschiedenen Empfangswege
Es gibt mehrere Möglichkeiten, wie man daheim zu einem TV-Signal kommt. Zunächst gibt es da die zwei altbekannten analogen Empfangsmöglichkeiten, bei denen man keine zusätzlichen Geräte (Receiver, Set-Top-Box, etc.) braucht, um am TV etwas zu sehen bzw. am DVD-, HDD- oder VHS-Recorder die verschiedenen Fernsehkanäle zu empfangen.:
- Den analogen Empfang über eine Antenne
- Den analogen Empfang per Kabelfernsehen
In jedem TV-Gerät, VHS-Videorecorder und in den DVD-(HDD-)Recodern sind bereits analoge TV-Tuner eingebaut, die die analogen Antennen- oder Kabelsignale verarbeiten können. So sind an jedem dieser Geräte alle Kanäle, die analog über Antenne oder über Kabel ausgestrahlt werden empfangbar. Das hat zur Folge, dass ich problemlos eine Sendung auf dem ZDF mit meinem Recorder aufzeichnen kann, während ich auf meinem Fernseher etwas auf ARD ansehe. Absolut kein Problem !!!
Dann gibt es noch weiter Empfangswege, die alle ein extra Gerät benötigen, das die Signale umwandelt, damit ich an meinem Fernseher etwas sehen kann bzw. der Recorder etwas aufzeichnen kann. Diese Geräte werden Receiver oder auch Set-Top-Boxen genannt. Dazu gehören folgende Empfangswege:
- Den analogen Empfang per Satellit
- Den digitalen Empfang per Satellit (DVB-S)
- Den digitalen Empfang per Kabel (DVB-C)
- Den digitalen Empfang per Antenne (DVB-T)
Bei diesen vier Empfangswegen kann normalerweise kein Fernseher, kein Videorecorder und bisher auch kein DVD-(HDD-)Recorder das Signal direkt verarbeiten, so das etwas zu sehen ist bzw. etwas aufgezeichnet werden kann.
Es gibt bisher sehr wenige Fernseher, die einen integrierten Receiver für einen dieser vier Empfangswege besitzen. Wenn Dein Fernseher das kann, würdest Du es sicherlich wissen, da diese Gerät in der Regel teurer als die Standardfernseher sind.
In dem Fall dass Du einen Empfangsweg nutzt oder in naher Zukunft nutzen willst, der einen zusätzlichen Receiver voraussetzt, gibt es je nachdem was Du mit Deinem zukünftigen Aufnahmegerät machen willst ggf. geschicktere Möglichkeiten als die Anschaffung eines DVD-(HDD-)Recorders.
Wandlung des Signals von digital nach analog
Gerade bei digitalem Empfang hat man eigentlich den Vorteil, dass das Signal bereits digital vorliegt. Bisher können alle auf dem Markt erhältlichen DVD-(HDD-)Recordern nur analoge Signale verarbeiten (außer über einen DV-In, aber der verarbeitet nur digitale Camcodersignale).
Das bedeutet, damit du mit deinem Recorder etwas aufzeichnen kannst, dass dieser ein analoges Signal erhalten muss, entweder über seinen integrierten analogen TV-Tuner oder per Scart, Cinch oder sonst einem analogen Eingang am Gerät. Im Gerät wird dann das analoge Signal digitalisiert und gespeichert.
Auch, wenn ich mich wiederhole, aber da gab und gibt es immer wieder Missverständnisse: Das hat zur Folge, dass ich alleine mit einem normalen DVD-Recorder bei folgenden Empfangsmöglichkeiten nicht weit komme:
- analoger Satempfang
- digitaler Satempfang (DVB-S)
- digitaler Kabelempfang (DVB-C)
- digitaler Antennenempfang (DVB-T)
In allen diesen Fällen kann der DVD-(HDD-)Recorder selbst mit dem eingehenden Signal nichts anfangen, sondern es wird vorher noch ein Receiver (auch Set-Top-Box genannt) benötigt, der mit dem jeweiligen Empfangweg etwas anfangen kann. Für jeden der vier o.g. Empfangswege gibt es einen speziellen Receiver, der übrigens mit den anderen drei Empfangswegen nichts anfangen kann.
Der Receiver wandelt nun das eingehende Signal in ein Fernsehbild um und gibt dieses analoge Signal meist über einen Scart-Anschluss an den Fernseher, Videorecorder oder DVD-(HDD-)Recorder weiter.
Der DVD-(HDD-)Recorder wandelt jetzt das per Scartkabel zugeführte analoge Signal vom Receiver wieder in einen digitalen Datenstrom. Damit wird (außer beim analogen Satempfang) ein digitales Signal zunächst zu einem analogen umgewandelt und dann das analoge wieder in ein digitales Signal gewandelt. Hierbei entstehen leichte Verluste bei der Bildqualität. Digitale Receiver mit integrierter Festplatte haben dieses Problem nicht und können das digitale Signal fast direkt auf die integrierte Festplatte bannen und sparen sich somit auch umständliche Rechenoperationen, so dass einige digitale Satreceiver mit integrierter Festplatte sogar zwei verschiedene Sender gleichzeitig aufzeichnen können und währenddessen trotzdem noch von der Festplatte abspielen können (davon kann man bei DVD-(HDD-)Recorder im Moment nur träumen). Der Verlust in der Bildqualität ist aber meist kaum wahrnehmbar, da das analoge Bildsignal, das die Receiver übertragen, üblicherweise sehr gut ist.
Verschiedene Kanäle gleichzeitig nutzen
Des weiteren braucht man, um über die o.g. vier Empfangswege zwei verschiedene Kanäle empfangen zu können (also Fußballspiel auf Sat1 ansehen während der Musikantenstadl im Ersten aufgezeichnet wird) immer zwei Receiver oder einen sogenannten Twin-Receiver.
Für digitales Kabelfernsehen gilt das aber nur, wenn man gleichzeitig zwei digitale Signale aufzeichnen/ansehen möchte. Das gleichzeitige Ansehen von z.B. analogem Programm und Aufnehmen eines digitalen Kabelprogrammes ist kein Problem, ebenso umgekehrt.
Steuerungsproblematik
Hinzu kommt bei DVD-(HDD-)Recordern die Steuerungsproblematik. Da der Recorder nicht selbstständig das Signal empfangen kann (wie bei Kabel analog oder Antenne analog), muss irgendwie gewährleistet sein, dass zum richtigen Zeitpunkt das richtige Signal anliegt. Hier gibt es zwei favorisierte Lösungsansätze.
"Scharf" stellen
Einige Recorder kann man "scharf" stellen, d.h. wenn an einem bestimmten Eingang am Recorder ein Signal anliegt, beginnt er umgehend mit der Aufzeichnung und schaltet ab, wenn kein Signal mehr anliegt. So kann ein DVD-(HDD-)Recordern gut mit einem programmierbaren Receiver zusammenspielen (z.B. Geräte von Panasonic, Pioneer).
IR-Fernsteuerung
Die zweite Möglichkeit ist, dass der DVD-(HDD-)Recorder eine eigene IR-Fernsteuerung hat, mittels der er den Receiver steuern kann (z.B. Geräte von Toshiba). Das kann im günstigsten Fall gut klappen. Im weniger günstigen Fall kann zwar der korrekte Kanal vom DVD-(HDD-)Recorder gewählt werden, aber der Receiver muss grundsätzlich eingeschaltet bleiben, weil es sonst nicht funktioniert. Im schlechtesten Fall arbeitet der IR-Sender des DVD-(HDD-)Recorders nicht mit dem vorhandenen Receiver zusammen und es geht so gar nicht. Es gibt auch Geräte, die einem die Wahl zwischen den beiden vorgenannten Möglichkeiten lassen (z.B. Geräte von JVC).
"Handarbeit" beim Programmieren
Die "letzte" Möglichkeit ist, falls der DVD-(HDD-)Recorder entweder keine der beiden Möglichkeiten bietet oder diese nicht funktionieren, den DVD-(HDD-)Recorder zu programmieren und auch den Receiver zu programmieren.
Noch unglücklicher ist der Fall, wenn Dein Receiver nicht programmierbar ist. Dann bleibt Dir nur übrig, den Receiver auf dem richtigen Kanal eingeschaltet zu lassen und den DVD-(HDD-)Recorder für die Aufnahme zu programmieren. Dies ist natürlich eine schlechte Lösung. Vor allem gelingt es Dir so nicht, nacheinander unterschiedliche Kanäle aufzunehmen.
Fazit
Wenn man einen der Empfangswege nutzen will, bei denen ein Receiver benötigt wird, kann es aufgrund all dieser Umstände geschickter und auch einfacher sein, sich z.B. einen Receiver mit integrierter Festplatte zuzulegen. Diese gibt es auch mit USB 2.0 oder LAN-Anschlüssen oder Wechselrahmen für die Festplatte, so dass man die Aufnahmen dann per PC auf DVD brennen kann. Ein sehr gutes Forum rund um dieses Thema findet sich hier: DIGITAL FERNSEHEN - Forum
Oder: Wenn man sich doch einen DVD-(HDD-)Recorder zulegen möchte, dann ist unbedingt darauf zu achten, dass das Gerät möglichst gut mit dem genutzten Receiver zusammenspielt. Unter Umständen kann es dann auch sinnvoll sein, die vorhandene Installation zu Hause zu erweitern und sich einen neuen/ weiteren Receiver zuzulegen.

