VPS/PDC und Showview
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Einleitung
Die Begriffe "Showview" und "VPS" werden oft verwechselt und/oder deren Funktionen vermischt. Da dies häufiger passiert und ich mittlerweile nicht immer wieder die Geschichte tippen mag, habe ich hier jetzt eine kurze laienhafte Erläuterung zu den beiden Begriffen und Systemen abgelegt, so dass ich schnell mal hierhin verlinken kann ;).
VPS und Showview sind zwei Funktionen, die völlig unabhängig voneinander nutzbar sind, sich aber gut ergänzen können.
Showview
Showview ist ein System, um mit Hilfe einer Ziffernfolge eine Aufnahme programmieren zu können. Die Ziffernfolgen werden von fast allen Fernsehzeitschriften neben den anderen Informationen zur Sendung abgedruckt. Die hierbei gelegentlich mitgedruckten Bindestriche werden nicht miteingegeben und dienen nur der besseren Lesbarkeit der Ziffernfolge. Showview berechnet aus dieser kurzen Ziffernfolge die passenden Timerdaten: Start- und Endzeit inkl. Datum und den passenden Sender.
Mehr macht Showview nicht!
D.h. im Grunde nimmt Showview mir nur etwas Tipparbeit ab. Wenn ich die Programmzeitschrift zur Hand nehme, um einen Timer für eine Aufnahme zu programmieren ist es im Grunde gleichgültig, ob ich nun per Showview programmiere oder die Daten per Hand einzelnd eingebe. Der Vorteil von Showview ist nur, dass es normalerweise etwas schneller geht und die Wahrscheinlichkeit, dass es einen unbemerkten Tippfehler gibt, der zu einer falschen Aufnahme führt, sehr gering ist.
Am Ende ist das Ergebnis auf beiden Wegen (Showview und von Hand eintippen) das selbe:
Ein programmierter Timer für die gewünschte Aufnahme.
Mehr macht Showview nicht. Es verhilft mir zu einer korrekten Timerprogrammierung, aber nicht unbedingt dazu, dass die Sendung auch vollständig aufgenommen wird, wenn der Sender von den angegebenen Zeiten abweicht.
D.h. wenn ich per Showview einen Timer programmiert habe, sollte ich von der Beginnzeit z.B. 5 Minuten abziehen und auf die Endzeit 10 Minuten aufrechenen. In einigen Fällen ("Wetten dass" läßt grüßen) sollte man die Vor- und Nachlaufzeit auch sehr großzügig wählen. Wenn ich z.B. auf Vox oder RTL2 eine Nachtaufnahme tätigen will, programmiere ich bei meinem DVD-HDD-Recorder häufiger 1,5 bis 2 Stunden mehr ein, da ich hier schon sehr schlechte Erfahrungen gemacht habe. Die Sender sind in diesem Bereich sehr großzügig mit Programmänderungen, die oft nicht mal im Videotext oder im Internet angezeigt werden.
Damit Showview auch weiß auf welchem Programmplatz ich welchen Kanal abgelegt habe muß das jeweilige Gerät die Showview Leitzahlen den passenden Kanälen zuordnen. Für Showview hat z.B. Super RTL die Leitzahl 179. Nun muß Showview noch wissen auf welchen Programmplatz "Super RTL" auf meinem Recorder liegt. Das kann z.B. auf Kanal 10 liegen. Einige Recorder erstellen diese Zuordnung automatisch, aber bei einigen Geräten mussen die Leitzahlen erst per Hand zu dem passenden Programmplatz zugeordnet werden.
Eine Showview Leitzahlen-Liste ist im Internet z.B. hier zu finden: http://www.sat-spiegel.de/html/showview.html
VPS
VPS" ist ein System, dass Helfen soll, Sendungen korrekt aufzuzeichnen auch, wenn diese nicht zur angegebenen Zeit ausgestrahlt werden. Z.B. die typische Verschiebung des späteren Samstagabendprogramms im ZDF, wenn "Wetten dass" mal wieder 30 Minuten überzogen hat oder wenn es aus aktuellem Anlass auf der ARD nachder Tageschau einen 30minütigen "Brennpunkt" gibt.
Leider strahlen nur noch die öffentlich-rechtlichen Sender VPS-Signale aus (ARD, ZDF, 3Sat, Arte, alle Dritten, etc.). Außerdem ist (ausschließlich?) VPS über analoge Empfangswege nutzbar, so dass man auch nur bei Aufzeichnungen über analogem Empfang von genau diesen Sendern VPS nutzen kann. Das VPS Signal wird von diesen Sendern dauerhaft mitgesendet. Im Grunde enthält es den genauen Zeitpunkt des Sendungsbeginns. Dieses Signal wird während der gesamten Sendung mitgesendet. Erst, wenn die Sendung zuende ist, wird begonnen mit dem VPS-Signal die Startzeit der darauf folgenden Sendung auzustrahlen. VPS ist (ausschließlich?) über analoge Empfangswege nutzbar.
Aus diesem Grund darf man bei einer Timerprogrammierung auf gar keinen Fall die Startzeit verändern !!!
Wenn man dies tut, z.B. statt 20:15 einfach 20:10 eingibt, dann wartet der Recorder geduldig, dass ein VPS-Signal 20:10 ausgestrahlt wird, um mit der Aufnahme zu beginnen. Läuft vorher die Tagesschau von 20:00 bis 20:15 wird während dieser Zeit das VPS-Signal 20:00 Uhr ausgestrahlt und anschließend für die folgende Sendung das VPS-Signal 20:15. Da der Recorder nie das erwartete VPS-Signal 20:10 erkennt, nimmt er auch nichts auf.
Deshalb gibt wird bei manchen Sendungen auch eine zweite sogenannte VPS-Zeit mitangegeben. Wenn eine Sendung bereits mit dem passenden VPS-Signal versehen wurde und dann aber der Sendungsbeginn nochmals verschoben wird, wird das VPS-Signal oft nicht verändert. Dann findet sich in der Programmzeitschrift oder im Videotext neben der neuen offiziellen Startzeit noch eine VPS-Startzeit, die man bei Aufnahmen mit VPS eingeben muss, auch wenn diese Zeit stark von der echten Startzeit abweicht.
Eine Besonderheit gibt es noch meist im Vorabendprogramm von ARD und ZDF. Hier wird während der Werbepause zwischen zwei Serienteilen ein VPS-Pause-Signal gesendet, so dass der Recorder eigentlich sogar alles passend ohne Werbung aufnehmen könnte. Viele Recorder gehen aber davon aus, wenn das übliche VPS-Signal unterbrochen wird, dass die Aufnahme dann beendet ist und der abgearbeitete Timereintrag gelöscht werden kann. So wird nach der Werbezeit die Aufnahme nicht wieder aufgenommen und der zweite Teil der Sendung fehlt.
Gerade bei DVD-(HDD-)Recordern ist die VPS Funktion nicht nur wie gerade in dem gerade beschriebenen Punkt schlecht umgesetzt. Viele Geräte brauchen z.B. zu lange, um nach Erkennen des VPS-Signals hochzufahren und mit der Aufzeichnung zu beginnen. So fehlen einem dann bis zu zwei Minuten am Sendungsbeginn. Das kann bei den heute typischen Vorläufen bei Serien durchaus wichtige Handlung beinhalten.
Dann wird nach kurzzeitigem Verlust des VPS-Signals durch eine Sendestörung oder ein VPS-Pause-Signal die Aufnahme von vielen Recordern einfach als abgeschlossen angesehen und der Timer gelöscht.
Über das Für und Wider von VPS wird regelmäßig in den Foren diskutiert (z.B. hier). Meiner Einschätzung nach beruht die Einschätzung, dass VPS nicht oder oft nicht korrekt funktioniert zu einem großen Teil an Anwendungsfehlern (z.B. veränderte Startzeit) oder schlechter Umsetzung der Funktion von den Gerätherstellern (Gerät brauch über 60 Sekunden, um nach Erkennen des VPS-Signals mit der Aufzeichnung zu beginnen).
PDC
Außerhalb Deutschlands gibt es ein VPS-entsprechendes Verfahren, dass sich PDC nennt. Daher werden in vielen Bedienungsanleitungen die Begiffe VPS und PDC meist in einem Zug genannt.

